Wichtiges und Nebensächliches aus den vergangenen tausend Jahren von Meerbeck und seinem Umland.

Auszug aus der Chronik von Ernst Führing.

200
Die Germanen übernehmen die Norddeutsche Tiefebene kampflos von den Cheruskern. Diese Zeit wird heute als wahrscheinlich für den Beginn der festen Besiedelung unseres Gebietes angenommen. Durch die Begegnungen mit den Römern lernten die Germanen feste Wohnsitze kennen. Auch die Änderung des Gesamteigentums, dass die Germanen Volkland nannten, zu Privateigentum an 
Haus und Hof dürfte in diesen Zeitraum fallen. Die kleinste staatliche Einheit bildete ein Gau, die kleinste wirtschaftliche Einheit war die Marktgenossenschaft. 
Der gewählte Führer eines Gaues hatte auch gleichzeitig das Amt des Richters auszuüben. Das Urteil des Volksgerichts bedarf der Zustimmung aller Dingleute. Die Ablehnung erfolgt durch Murren, die 
Zustimmung durch das Schwingen und Zusammenschlagen der Waffen. Verräter und Überläufer werden an einen Baum gehängt; Heerflüchtige und Unzüchtige werden mit übergeworfenen Flecht- werk in Morast und Sumpf versenkt. Die Bestrafung von Verbrechen wird somit öffentlich gezeigt, die Schandtat wird verborgen.

775
Der Buckigau wird erstmals genannt. Die nordöstliche Grenze zu den späteren wunstorfischen Lehensgebieten, zu denen dann auch der Horsthof gehört, bildet der Meerbecker Höhenzug. Die Meerbecker Schwelle bildet auch die Wasserscheide zwischen den Zuflüssen zur Leine im Osten und der Weser im Westen.

779
Mit einem Kriegszug von Düren bis zur Weser unterwirft Karl der Große die Ostfalen und Engern.

782
Auf dem Reichstage zu Paderborn wird unter dem Franken Karl dem Großen mit dem Paderborner Capitulare die alte Gauverfassung und somit das freie Versammlungsrecht aufgehoben und die fränkische Verwaltung und Heeresverfassung eingeführt. Das Land wird in Grafschaften eingeteilt und an deren Spitze königliche Beamte mit dem Titel Graf gestellt. Karl der Große erläßt die mit Blut geschriebe „capitulation de partibus Saxoniae“, welche mit fürchterlicher Eintönigkeit das: „der soll des Todes sterben“ wiederholt. Selbst die bloße Verletzung des kirchlichen Fastengebots wird mit dem Tod bestraft.

961 
Hermann Billung wird von Kaiser Otto dem Großen die sächsische Herzogswürde übertragen. Nach und nach vergrößern die Billunger ihren Herrschaftsbereich. Auch der Buckigau gehört dazu.

03.03.1013
Erstmals wird Meerbeck (Meribiki) in einer Übertragungsurkunde, die Kaiser Heinrich II. in der Kaiserpfalz Werla ausfertigt, von fünf Haupthöfen aus dem Familiengut der Immedinger an die Paderborner Kirche schriftlich erwähnt. Die Immendinger zählen zum sächsischen Hochadel und sind mit dem Sachsenführer Widukind verwandt.